Österreichische Kreativwirtschaft
Emma Berghold zwischen ESC, Tanz und Film

Internationale Zusammenarbeit gehört für die 23-jährige Wienerin ebenso zum Beruf wie der Unterricht in heimischen Tanzstudios. Ihr Werdegang führt durch mehrere Bereiche der österreichischen Kreativwirtschaft.

Ob vor einem Live-Publikum oder vor der Filmkamera – Tanz verbindet unterschiedliche Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft. Wie sich diese im Berufsalltag überschneiden, zeigt die Laufbahn der Wiener Profitänzerin Emma Berghold. Die 23-Jährige stand beim Eurovision Song Contest 2026 (LEADERSNET berichtete u.a. hier) in Wien im Ensemble von Vorjahressieger JJ auf der Bühne und wirkte zudem in der Kinoproduktion "Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise" mit. Ihre Engagements bringen sie mit internationalen Produktionsteams zusammen, während sie ihre Erfahrung auch in heimischen Tanzstudios weitergibt.

Internationale Zusammenarbeit in Wien

Für JJ war der ESC in Wien eine Rückkehr als Gewinner des Wettbewerbs von 2025. Bei seiner Finaleröffnung "The Queen of the Night" begleiteten ihn mehr als 40 Tänzer:innen sowie Akrobat:innen. Internationale Produktionsarbeit fand damit unmittelbar in Österreich statt. Berghold setzte sich beim Casting mit Tausenden Bewerber:innen aus mehreren Ländern durch. Sie arbeitete bei der Produktion mit einem Kreativteam um Stage Director und Creative Director Michael Schwandt, Stage Director Marvin Dietmann und Choreografin Ferly Prado zusammen. Letztere ist bekannt aus Taylor Swifts Musikvideo "The Fate of Ophelia". 

JJ beschreibt die Zusammenarbeit mit Berghold so: "Emma ist eine außergewöhnlich talentierte und professionelle Tänzerin. Beim ESC 2026 war sie ein wichtiger Teil meines Teams und hat mit ihrer tänzerischen Qualität, starken Präsenz und absoluten Professionalität überzeugt. Auf der Bühne konnte man sich zu 100 Prozent auf sie verlassen und ich habe die Zusammenarbeit mit ihr sehr geschätzt."

Und auch Berghold hebt den Austausch innerhalb des Ensembles hervor: "Besonders prägend war für mich die Zusammenarbeit mit Tänzer:innen sowie Choreograf:innen auf diesem hohen internationalen Niveau. Teil einer Produktion dieser Größenordnung zu sein, war ein absoluter Höhepunkt in meiner bisherigen Laufbahn."

Wettbewerbe und Ausbildung im Ausland

Dem ESC-Engagement gingen internationale Wettbewerbserfahrungen voraus. Berghold erreichte 2023 zudem mit ihrem Team den zweiten Platz bei World of Dance Poland und qualifizierte sich für die World of Dance Finals in Los Angeles. Die Formation sei das erste österreichische Team gewesen, das dort teilnahm. Im selben Jahr gewann sie demnach mit einer Formation einen Weltmeistertitel bei den DanceStar Finals. Zu den weiteren Arbeiten zählt ein Auftritt im Musikvideo zu "Ich kann es sehen" des deutschen Popsängers Orry Jackson. Berghold bildete sich demnach unter anderem in Kopenhagen, Los Angeles, London und Berlin weiter. Ihre Erfahrung vermittelt sie auch in Wien bei The Unity Dance und der Tanzschule Arriola.

Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Produktionsformen gehört für sie zum Berufsalltag. "Tanz wird oft noch als reine Bühnenkunst gesehen, dabei arbeite ich längst genauso mit Werbe- und Filmproduktionen zusammen wie mit klassischen Bühnenformaten", sagt Berghold. "Diese Durchlässigkeit zwischen den Bereichen ist für mich beruflich mittlerweile Alltag."

Eine Branche mit vielen Tätigkeitsfeldern

Den wirtschaftlichen Rahmen solcher Laufbahnen beschreibt der Österreichische Kreativwirtschaftsbericht 2026. Dieser weist rund 80.200 Unternehmen mit 214.611 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 31,3 Milliarden Euro aus. Der Bericht wurde im Auftrag des Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer Österreich erstellt. Die Bereiche Werbung, Film & Fotografie, Musikwirtschaft sowie Radio & TV kamen zusammengerechnet auf rund 8,1 Milliarden Euro Umsatz und etwa 62.100 Beschäftigte. Die darstellende Kunst zählte weitere 11.185 Beschäftigte.

www.instagram.com/emmaberghold

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