In Österreich haben sich die Kosten für Mietwohnungen auch 2026 weiter erhöht. Wie eine aktuelle Auswertung von ImmoScout24.at (siehe Infobox) zeigt, lagen die angebotenen Bruttomieten auf dem freien Wohnungsmarkt in den ersten drei Quartalen um sechs Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der österreichweite Median erreichte 16 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich daraus laut Analyse eine monatliche Miete von 1.123 Euro.
Dass die Wohnkosten für viele Menschen eine erhebliche Rolle spielen, geht auch aus einer Trendumfrage von ImmoScout24 unter 1.000 Personen hervor. Demnach äußerten 39 Prozent der befragten Mieter:innen Sorgen hinsichtlich ihrer Wohnkosten. Neben den Mieten zählen insbesondere hohe Energiepreise und Betriebskosten zu den größten Herausforderungen beim Wohnen.
Steiermark mit stärkster Verteuerung
Die deutlichste Preisentwicklung unter den Bundesländern zeigt sich in der Steiermark. Dort erhöhten sich die angebotenen Bruttomieten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent. Mit einem Median von 14,4 Euro pro Quadratmeter kostet eine Wohnung mit 70 Quadratmetern rund 1.005 Euro monatlich. Trotz des vergleichsweise starken Anstiegs liegt dieser Betrag weiterhin mehr als 100 Euro unter dem österreichischen Durchschnitt.
Auch in der Bundeshauptstadt verteuerten sich Mietwohnungen überdurchschnittlich. In Wien stiegen die Angebotspreise um sieben Prozent auf 22,6 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt die Stadt das teuerste Bundesland für Wohnungssuchende. Bei einer Wohnfläche von 70 Quadratmetern ist mit einer monatlichen Bruttomiete von rund 1.581 Euro zu rechnen.
Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich, verweist in diesem Zusammenhang auf die langfristige Bevölkerungsentwicklung der Bundeshauptstadt. Wien ist seit den 1990er-Jahren um knapp 500.000 Einwohner:innen gewachsen und verzeichnet weiterhin Zuwächse. Könne das Wohnungsangebot mit dieser Entwicklung nicht mithalten, habe dies Auswirkungen auf die Mietpreise.
"Wir sehen hier seit Jahren einen langfristigen und ungebrochenen Trend nach oben", sagt Obiegbu.
Tirol und Salzburg weiterhin im oberen Preissegment
Neben Wien gehören Tirol und Salzburg zu den Bundesländern mit den höchsten Angebotsmieten. In Tirol wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 21,7 Euro pro Quadratmeter verlangt. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine 70 Quadratmeter große Mietwohnung kommt damit auf rund 1.522 Euro im Monat.
In Salzburg beträgt der Quadratmeterpreis 20,3 Euro, nachdem die Angebotsmieten um zwei Prozent gestiegen sind. Für eine vergleichbare Wohnung ergibt sich eine monatliche Belastung von etwa 1.418 Euro.
Auch Vorarlberg weist ein vergleichsweise hohes Preisniveau auf. Dort erhöhten sich die Bruttomieten um zwei Prozent auf 19,5 Euro pro Quadratmeter. Eine Wohnung mit 70 Quadratmetern wird somit für rund 1.362 Euro monatlich angeboten.
Moderate Preissteigerungen in drei Bundesländern
In Kärnten und Oberösterreich verteuerten sich die angebotenen Mietwohnungen jeweils um fünf Prozent. Während in Kärnten 14,9 Euro pro Quadratmeter verlangt werden, liegt der entsprechende Wert in Oberösterreich bei 13,1 Euro. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung bedeutet das monatliche Kosten von rund 1.045 beziehungsweise 918 Euro.
Niederösterreich verzeichnet einen etwas geringeren Anstieg von drei Prozent. Mit einem Quadratmeterpreis von 13,1 Euro ergibt sich für eine Wohnung dieser Größe eine monatliche Bruttomiete von etwa 914 Euro.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich hingegen im Burgenland – nur dort gingen die Angebotsmieten um vier Prozent zurück. Der Quadratmeterpreis beträgt nun 11,3 Euro. Für 70 Quadratmeter werden damit rund 792 Euro pro Monat fällig. Das Burgenland bleibt somit das günstigste Bundesland, während eine vergleichbare Wohnung in Wien annähernd doppelt so viel kostet.
Mehr Mietangebote bedeuten nicht automatisch niedrigere Preise
Parallel zur Entwicklung der Mietpreise hat sich auch die Zahl der verfügbaren Mietobjekte verändert. Österreichweit stieg das Angebot in den ersten drei Quartalen 2026 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit stabilisierte sich die Zahl der angebotenen Mietwohnungen leicht über dem Niveau von 2025.
Besonders ausgeprägt war die Zunahme in Vorarlberg, wo die Zahl der Inserate um 37 Prozent stieg. Allerdings könne der vergleichsweise kleine Wohnungsmarkt des Bundeslandes bereits durch einzelne Neubauprojekte deutlich beeinflusst werden, wie aus der Analyse hervorgeht.
Auch in Niederösterreich und Tirol vergrößerte sich das Angebot mit Zuwächsen von zwölf beziehungsweise elf Prozent. Kärnten verzeichnete ein Plus von fünf Prozent, das Burgenland von vier Prozent und Salzburg von zwei Prozent. In Wien und der Steiermark nahm die Zahl der angebotenen Mietwohnungen jeweils um ein Prozent zu.
Oberösterreich bildet bei der Angebotsentwicklung eine Ausnahme. Dort standen Wohnungssuchenden um sieben Prozent weniger Mietobjekte zur Verfügung als im Vorjahreszeitraum.
Dass ein größeres Wohnungsangebot nicht zwangsläufig zu einer Entlastung bei den Mietpreisen führt, betont auch ImmoScout24-Geschäftsführer Obiegbu. "In manchen Bundesländern stieg zwar das Angebot an Wohnungen, aber das heißt nicht, dass dort die Mieten sinken."
Für die tatsächliche Höhe der Miete seien unter anderem die Lage, die Qualität der angebotenen Wohnung und die Betriebskosten ausschlaggebend. Darüber hinaus hätten die Kosten für Strom und Heizung wesentlichen Einfluss darauf, wie leistbar das Wohnen insgesamt sei.
www.immobilienscout24.at
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