Grazer Kunstfestival erstmals in Wien
Klanglicht 2026: Wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig leuchten

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 14.10.2026

Von 23. Oktober bis 7. November verwandelt das Kunstfestival der Bühnen Graz das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Eggenberg in einen nächtlichen Resonanzraum für Licht- und Klangkunst. Zeitgleich ist es erstmals auch in Wien zu erleben.

365 Fenster, 52 Türen, 24 Prunksäle: Schloss Eggenberg ist weit mehr als ein außergewöhnliches Barockschloss. Seine Architektur folgt einer präzisen Ordnung von Zeit, Kosmos und Kalender. Genau hier setzt Klanglicht 2026 an. Nach 2021 kehrt das Kunstfestival der Bühnen Graz an einen Ort zurück, dessen Geschichte und Architektur wie geschaffen scheinen für das Zusammenspiel von Licht und Klang. Zwei Wochen lang wird das UNESCO-Weltkulturerbe zum Schauplatz zeitgenössischer Licht- und Klangkunst. Internationale und nationale Künstler:innen lassen historische Rhythmen hörbar werden, legen verborgene Erzählungen frei und lassen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht als lineare Abfolge, sondern als gleichzeitig wirksame Ebenen aufeinandertreffen.

Ein Schloss wird zum künstlerischen Kosmos

Die vierzehn künstlerischen Arbeiten verteilen sich über den Schlosspark und ausgewählte Bereiche des Schlosses. Hartung & Trenz verwandeln mit "Räume der Zeit" die Hauptallee in einen poetischen Sprach- und Lichtraum, dessen projizierte Texte sich mit jedem Schritt verändern. Daniel Rossa lässt mit "Kadenzen" die barocke Fassade des Schlosses durch Tanz in Bewegung geraten, während im Innenhof die "Whispering Mountains" des australischen Studios ENESS als leuchtende, flüsternde Berge zum Leben erwachen. In der Schlosskirche vermisst Robin Beekman mit "Continuum" die Zeit auf ganz eigene Weise. Helga Griffiths widmet sich in "Migratory Senses" dem Geruch als Träger von Erinnerung und Heimat, und Inge Dick führt mit "jahres licht weiss" im Planetensaal durch die vier Jahreszeiten.

Kadenzen, Foto Daniel Rossa
Klanglicht ist 2026 nicht nur in Graz, sondern erstmals auch in Wien zu erleben. Kadenzen © Daniel Rossa

Miriam Hamann richtet mit "Planet 9" den Blick in unbekannte kosmische Räume, Heleen Blanken verbindet in "Abiosis" im Lapidarium den Ursprung des Lebens mit künstlichem Leben der Zukunft, und Javier Riera setzt mit "Resonanzen der unsichtbaren Ordnung" den historischen Park in ein neues Verhältnis von Licht, Geometrie und Landschaft. Joschua Hohenbrink verwandelt mit "Floral Forest" den Pavillon in einen Wald aus Licht und Klang. Alicia Eggert geht in "All the light you see" dem Vergehen von Zeit auf den Grund, und Omer van Soldt lässt mit seiner Spiegelskulptur "The Self at 50 Hertz" die Besucher:innen selbst Teil des Werks werden. Studierende der FH Joanneum eröffnen mit "Prism" neue Perspektiven aus Licht und Klang, während Zeineb Kaabi mit "Energy in Time" ein Kaleidoskop aus historischen Bildern und Werbespots zeigt.

Von Graz nach Wien: Klanglicht leuchtet erstmals in zwei Städten

2026 schlägt das von den Bühnen Graz initiierte Festival ein neues Kapitel auf: Mit "Klanglicht im Park – The Sound of Light" verwandelt sich der Schwarzenberggarten am Schloss Belvedere in Wien von 23. Oktober 2026 bis 10. Jänner 2027 in einen Parcours internationaler und österreichischer Licht- und Klangkunst. Initiiert vom Eigentümer des Theater im Park, Georg Hoanzl, startet die Wiener Ausgabe am 23. Oktober zeitgleich mit Graz. Damit wird eine Idee, die 2015 in Graz ihren Ausgang nahm, erstmals über die Stadt hinausgetragen.

Klanglicht im Schloss Eggenberg, Foto Alex Koch
Klanglicht im Schloss Eggenberg © Alex Koch

Raum für die nächste Generation

Klanglicht versteht sich nicht nur als Plattform für etablierte Positionen, sondern schafft bewusst Raum für junge Kunst. Einen Schwerpunkt bilden 2026 die Young Masters Exhibition sowie die Zusammenarbeit mit der FH Joanneum. Mit mehr als 108.000 Besucher:innen im Vorjahr, darunter ein erheblicher Teil von außerhalb von Graz, zählt das Festival längst zu den strahlkräftigsten Kulturveranstaltungen der Steiermark. Die Ausgaben ausländischer Gäste wurden 2024 auf mehr als 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Klanglicht
Schloss Eggenberg, Graz
23. Oktober bis 7. November 2026
www.klanglicht.at

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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