Traditionsbetrieb
Für glanzvolle Hochzeiten bekanntes Schloss-Hotel ist pleite

| Redaktion 
| 01.10.2026

Der traditionsreiche Hotel-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb hat seine Zahlungen eingestellt, weshalb ein Insolvenzverfahren beantragt wurde.

Die Stayatmailberg Betriebs GmbH, Betreiberin des Schlosshotels Mailberg, hat beim Landesgericht Korneuburg die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Verfahren wurde bislang noch nicht eröffnet. Nach Angaben von KSV1870 und dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) sind rund 78 Gläubiger:innen betroffen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 820.000 Euro.

Hotel, Gastronomie und Veranstaltungen

Die Stayatmailberg Betriebs GmbH wurde im September 2025 gegründet und betreibt am Standort Mailberg das Schlosshotel mit Hotel-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb. Neben Beherbergung und Restaurantbetrieb werden Räumlichkeiten für Hochzeiten, Seminare, Firmenveranstaltungen und weitere Events angeboten. Alleingesellschafter und selbständig vertretungsbefugter Geschäftsführer ist Markus Alexander Gerauer.

Derzeit sind 16 Mitarbeiter:innen im Unternehmen beschäftigt. Laut KSV1870 wurden vier Dienstverhältnisse beendet, sodass der Personalstand ab 2026 zwölf Beschäftigte umfassen soll.

Hohe Anlaufkosten und steigende Belastungen

Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden hohe Anlauf- und Übergabekosten nach der Betriebsübernahme sowie unerwartete Kostensteigerungen genannt. Hinzu kamen erhebliche Bau- und Instandhaltungsaufwendungen und die Vorfinanzierung des laufenden Betriebs bei gleichzeitig hohen Fixkosten.

Nach den Angaben des KSV1870 wirkten sich zudem Verzögerungen bei der vollständigen Betriebsaufnahme sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen bei Energie, Lebensmitteln und Wareneinsatz negativ aus.

Auch saisonale Schwankungen belasteten den Betrieb. Laut den dem AKV vorliegenden Angaben blieben darüber hinaus die Umsätze hinter den Erwartungen zurück, wodurch sich die Liquiditätssituation zusätzlich verschärfte.

Fortführung des Betriebs geplant

Trotz des beantragten Sanierungsverfahrens soll das Unternehmen weitergeführt werden. Die geplante Sanierung stützt sich unter anderem auf den laufenden Hotel- und Veranstaltungsbetrieb, bereits bestehende Buchungen und Veranstaltungen sowie eingeleitete Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen.

Als Vermögenswerte werden offene Kundenforderungen, Warenlagerbestände sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung angeführt. Hinzu kommen laufende Einnahmen aus dem Hotel-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb.

Gläubiger:innen werden 20 Prozent angeboten

Im Rahmen des beantragten Sanierungsverfahrens ist eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent vorgesehen. Diese soll innerhalb von zwei Jahren nach rechtskräftiger Annahme des Sanierungsplans bezahlt werden.

Beim derzeit genannten Angebot handelt es sich zunächst um ein Formalangebot. Laut KSV1870 wird im weiteren Verlauf zu prüfen sein, ob die angebotene Quote angemessen und erfüllbar ist. Ziel des Verfahrens sei es, die Stayatmailberg Betriebs GmbH zu sanieren und den Betrieb des Schlosshotels Mailberg fortzuführen.

www.ksv.at

www.akv.at

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