Ausfall von 430 Flügen
AUA-Streik würde rund 52.000 Passagiere treffen

| Tobias Seifried 
| 24.03.2024

Sollte es in den Osterferien tatsächlich zum von der Gewerkschaft angekündigten 36-Stunden-Streik kommen, wäre das für Tausende Fluggäste eine Hiobsbotschaft. 

Bei Austrian Airlines (AUA) stehen die Zeichen auf Streik in den Osterferien. Nachdem die Kollektivvertragsverhandlungen für das Bordpersonal der AUA erneut gescheitert sind, gibt es seit Freitagabend nun einen offiziellen Beschluss. Dieser sieht vor, dass von Donnerstag, den 28. März 00:00 Uhr, bis Freitag, den  29. März 12:00 Uhr, für 36 Stunden lang gestreikt werden soll. Von der Arbeitsniederlegung wären 430 Flüge und rund 52.000 Passagiere betroffen.

Ob es tatsächlich zum Streik kommt, ist aber noch nicht fix. Daniel Liebhart, Vorsitzender des Bereichs Luftfahrt bei der vida, gibt den Verantwortlichen der AUA bis 27. März  23:59 und 59 Sekunden Zeit, um noch eine Einigung zu erzielen. Liebhart forderte ein "ehrliches Angebot" von der Airline. Das aktuelle Angebot stelle, wenn überhaupt, gerade einmal eine Wertsicherung der Einkommen dar. Einmalzahlungen seien keine nachhaltigen Gehaltserhöhungen, so der Gewerkschafter und weiter: "Das Unternehmen spielt nur mit Zahlen. Für uns wirkt das so, als wäre das von langer Hand geplant, sonst würde man ehrliche Zahlen verwenden." 

"Absolut verantwortungslos"

Als maßlos überzogen kritisiert Günther Ofner, Obmann der Berufsgruppe Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Forderungen der vida nach bis zu 40 Prozent Gehaltsplus und warnt: "Damit würde die gerade erst wieder aus einer Existenzkrise gesundete wirtschaftliche Basis der AUA und somit auch 6.200 Arbeitsplätze der AUA-Beschäftigten massiv gefährdet." Nicht nachvollziehbar sei für Ofner auch, dass AUA-Betriebsrat und Gewerkschaft mutwillig die Osterferien von mehr als 52.000 Passagieren zerstören wollten, darunter vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern. "Die Drohung des AUA-Betriebsrats und der vida, zu Ostern, wenn vor allem Familien mit Kindern ihren wohlverdienten Osterurlaub antreten wollen, 36 Stunden zu streiken, ist absolut verantwortungslos." Klar sei, dass ein Streik keine Lösung bringe, sondern verschlimmert die aktuelle Situation für alle Beteiligten verschlimmere, so Ofner.

Chance auf Einigung lebt

Ob es zum 36-stündigen Streik kommen wird, werden die nächsten Tage zeigen. Sowohl Austrian Airlines als auch die Gewerkschaft zeigen sich weiterhin gesprächsbereit.

www.austrian.com

www.vida.at

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