In Leopoldsdorf
CloudHQ stellte Pläne für Rechenzentrums-Campus vor

| Janet Teplik 
| 06.10.2026

Drei Gebäude mit jeweils drei Stockwerken sollen im Vollausbau digitale Infrastruktur bereitstellen. Der städtebauliche Vertrag sieht neun Millionen Euro für die Gemeinde vor.

In Leopoldsdorf bei Wien plant CloudHQ einen Campus mit drei Rechenzentren und einer Anschlussleistung von insgesamt 150 Megawatt im Vollausbau. Der internationale Entwickler und Betreiber stellte das Vorhaben am Donnerstag, dem 1. Oktober, vor. Neben der technischen Ausgestaltung standen die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die erwarteten wirtschaftlichen Effekte im Mittelpunkt.

Die Rechenzentren sollen jeweils drei Stockwerke umfassen. Für ihre Stromversorgung ist nach Unternehmensangaben eine direkte Anbindung vorgesehen. Die geplanten 150 Megawatt bezeichnen die Anschlussleistung des Campus.

Andreas Graf-Matzner, Country Manager von CloudHQ, betonte bei der Präsentation die wirtschaftliche Bedeutung digitaler Infrastruktur. "Rechenzentren sind das Fundament der Digitalisierung. Sie bringen Effizienz und Produktivität in allen Bereichen – in der Verwaltung, in der Industrie, im Handel und in der Forschung." Das 2016 gegründete Unternehmen entwickelt und betreibt Rechenzentren an internationalen Standorten. 

Neun Millionen Euro für die Gemeinde

Mit der Ansiedlung ist ein städtebaulicher Vertrag verbunden, der einen Infrastrukturbeitrag von insgesamt neun Millionen Euro vorsieht. Bürgermeister Fritz Blasnek sagte dazu: "Wir haben einen gemeinsamen städtebaulichen Vertrag verhandelt, der neun Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen für die Gemeinde ermöglicht."

Nach Angaben der Gemeinde sind damit unter anderem Maßnahmen für Straßen, Kanal, Entwässerung, Beleuchtung und Radweganbindung vorgesehen. Blasnek verwies zudem auf den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss zur Bauhöhe von 25 Metern. "Wir verstehen uns als Partner der Gemeinde und werden in vielen Dimensionen sehr gerne unseren Beitrag leisten", ergänzte Graf-Matzner.

Begrünung, Photovoltaik und geschlossener Kühlkreislauf

Zur baulichen Planung gehören laut CloudHQ rund 2.700 Quadratmeter Fassadenbegrünung und eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 5.800 Quadratmetern. Die Kühlung soll über einen geschlossenen Kühlkreislauf erfolgen. Das Unternehmen verweist außerdem auf eine für das Projekt durchgeführte Studie zu Wärmeemissionen. "Wenn überhaupt, sind Temperaturveränderungen von weniger als 1 K zu erwarten, was unterhalb von Nachweisgrenzen oder Modellgenauigkeiten liegt", sagte Graf-Matzner bei der Präsentation.

Für das Vorhaben ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich. Dies bestätigt auch die Marktgemeinde Leopoldsdorf nach einem von CloudHQ angestoßenen Feststellungsverfahren beim Land Niederösterreich. Im UVP-Verfahren werden die Umweltauswirkungen des Projekts geprüft. 

Beschäftigung während Bau und Betrieb

Wirtschaftliche Impulse erwartet CloudHQ sowohl während der Errichtung als auch im späteren Betrieb. In der Bauphase sollen Baudienstleister, Ingenieur:innen und Techniker:innen aus der Region und aus Österreich sowie internationale Fachleute zum Einsatz kommen. Im laufenden Betrieb sind Tätigkeiten für Betriebstechniker:innen, Administrator:innen, IT-Spezialist:innen sowie Sicherheits- und Reinigungspersonal vorgesehen. Darüber hinaus rechnet das Unternehmen mit indirekten Effekten für weitere Betriebe. 

www.cloudhq.com

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