Seit April 2026 leitet Christian Bachler als CEO das 1964 gegründete Familienunternehmen Silhouette, bekannt als weltweit führender Hersteller von Brillen im Premiumsegment, deren besondere Merkmale Leichtigkeit, exklusiver Tragekomfort und absolute Top-Qualität sind. Gefertigt werden optische Brillen, Sportbrillen, Sonnenbrillen sowie Brillen im Luxussegment in Linz. Welche Herausforderungen wirtschaftliche Veränderungen in Österreich, aber auch auf der Weltbühne mit sich bringen, erklärt der Vorstandsvorsitzende in einem Gespräch mit Luxury News.
"Silhouette steht für Exzellenz und Präzision im Herstellen von Brillen", beginnt Christian Bachler. "In erster Linie optische Brillen, die in Bezug auf Passform, Ergonomie und auch in der Leichtigkeit anderen Brillenmarken bei weitem überlegen sind. Silhouette ist kein Modeunternehmen, das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher der Unterschied. Es geht vor allem um die Herstellung präziser optischer Instrumente, die zeitlos sind, die keinem Modetrend folgen. Wir unterstellen uns keinem Diktat, was für mich einen Teil einer Investition ins perfekte Sehen bedeutet."

Optimale Passform und extreme Leichtigkeit zeichnen Silhouette-Brillen aus © Silhouette
Top-Qualität und professioneller Service
Silhouette-Brillen werden größtenteils persönlich angemessen, also maßgefertigt. Was für den Tragekomfort und die Qualität des Sehens unerlässlich ist, betont Christian Bachler. Der Vertrieb erfolgt in 13 Länder, in derzeit 207 Destination Countries, mit 16.000 Stores und 22.000 Distributoren. Vor Ort beraten ansässige Optiker die Kunden, sie fertigen und servicieren in Folge selbst die Brillen. "Seit 2017 stellen wir auch Linsen bei uns im Werk her. Das heißt, man kann bei uns eine Komplettbrille kaufen."
Jeder Kopf ist halt ein bisschen anders
Die Optiker erhalten vom Unternehmen Spezialwerkzeuge für die Servicierung sowie regelmäßige Schulungen. "Es gibt verschiedene Steckbreiten, verschiedene Bügel, von Farb- und Oberflächenvarianten gar nicht zu reden. Ein Optiker mit der richtigen Ausbildung und mit dem richtigen Werkzeug kann die Brille perfekt und maßgefertigt anpassen", versichert Christian Bachler.
Jedes Jahr verlassen 1,3 bis 1,4 Millionen Brillen das Werk in Linz. Das Kerngeschäft sind die Rahmen, Gläser und Ersatzteile kommen noch dazu. Chrsitan Bachler: "Unter den einzelnen Marken ist 'Silhouette' die mit Abstand weitverbreitetste, ‘Evil Eye‘ und 'Neubau' sind noch zwei relativ junge Marken und entsprechend kleiner. Der Verkauf der Luxusbrillen 'Atelier' bewegt sich in einem kleinen Teil des Gesamtvolumens.“

Sportbrille mit elektronischem Sensor © Silhouette
Die Silhouette-Sportbrillen sind aufgrund ihrer Leichtigkeit sehr beliebt, sie werden von Profis und Hobbysportlern gleichermaßen verwendet. Auch hier wird permanent weiterentwickelt. "Voriges Jahr haben wir ein neues Produkt vorgestellt – eine Sportbrille, welche die Tönung mithilfe eines elektronischen Sensors anpasst. Wenn man beispielsweise mit dem Fahrrad unterwegs ist und in einen Tunnel oder auch in eine Allee einfährt und es dunkler wird, erhellt sich das Glas innerhalb von Millisekunden automatisch. Beim Verlassen verdunkelt es sich sofort wieder. Eine tolle Innovation, die beim Handel sehr, sehr gut angekommen ist.“
Zirka 90 Prozent der Wertschöpfung passiert im eigenen Haus. "Teilfertigung, Montage, sowie die Qualitätsprüfung werden bei uns gemacht", so Bachler, "selbst unsere eigenen Werkzeuge produzieren wir selbst. Auch die Glas-Rohlinge werden hier, zum Teil von Robotern, zugeschliffen und zugeschnitten."

Luxusbrille aus der Kollektion "Atelier Next" © Silhouette
Luxus für die Augen
Christian Bachler: "Generell spielen sich 70 Prozent von unserem Umsatz in einer Preishöhe ab, wo die meisten anderen Marken schon aufhören. Unsere spezielle Linie 'Atelier' arbeitet ausschließlich mit besonderen Materialien, selbstverständlich auch mit Gold und anderen Edelmetallen. Das ist aber eher ein step up mit kleineren Serien, mit limited Editions. Insgesamt bewegen wir uns damit im einstelligen Prozentbereich des Gesamtvolumens."
Es geht dem CEO eher darum, eine spezielle Klientel zu befriedigen: "Wir nennen es auch nicht Luxus – die Assoziation wäre dann zum Beispiel ein großes Logo am Brillenbügel – wir sprechen eher vom oberen Premiumsegment. Der wahre Luxus besteht darin, dass wir den Großteil in Handarbeit und in Österreich herstellen."
Nachhaltigkeit im Zentrum der Firmenphilosophie
Christian Bachler über Nachhaltigkeit: "Seit der Firmengründung im Jahr 1964 steht Nachhaltigkeit im Zentrum unserer Philosophie. Von Beginn an produziert Silhouette sämtliche Brillen ausschließlich im Linzer Werk, mitten in einem Wasserschutzgebiet. Wir setzen ausschließlich auf 100-prozentig CO2-freie Energie, erzeugen unseren grünen Strom in Eigenregie und betreiben eine fortschrittliche Wasserrecyclinganlage."
Auch beim Material dominiert der grüne Fußabdruck. "Der biozirkuläre Kunststoff, den wir verwenden, kommt aus Abfällen von der Landwirtschaft, wie zum Beispiel aus dem Strohschnitt. Es kommen keinerlei Erdölprodukte zum Einsatz. Auch keine Schrauben, sämtliche Teile der Brillen werden zusammengesteckt."
"Kern unserer Nachhaltigkeitsphilosophie ist jedoch Zeitlosigkeit. Eine Brille, welche die Zeit übersteht, seitens Qualität und Konstruktion zeitlos designt ist und nicht der Mode unterliegt, ist die nachhaltigste. Rein theoretisch kann man unsere Brillen ein Leben lang tragen. Dies ist eine Kombination aus ständiger Forschung, auch in Richtung Nachhaltigkeit und wie man Energie spart. Wir müssen auch Kosten sparen, um weiterhin in Österreich produzieren zu können, das ist aus meiner Sicht der Kern unserer Nachhaltigkeitsphilosophie.“
Nachhaltigkeitsinnovation – Brillen aus biozirkulärem Kunststoff © Silhouette
Wirtschaftliche Perspektiven
Dem Unternehmen geht es laut Christian Bachler sehr gut. Es ist schuldenfrei und verfügt über 70 Prozent Eigenkapital. Produziert wird ausschließlich in Linz. Rohstoffe wie Titan werden aus Japan, biozirkuläre Kunststoffe aus Frankreich, aber auch in Österreich, zugekauft. Dennoch: "Neben der permanent steigenden Inflation sowie einer immer weiter auseinandergehenden Lohnkostenschere in Österreich, setzen uns die hohen Zölle in Amerika, wo wir ein Drittel unseres Umsatzes machen, stark zu. Insgesamt verhalten sich die Konsumenten aufgrund der derzeit angespannten Situation in Europa und im Nahen Osten spürbar zurückhaltender", betont Bachler.
"Das Commitment, das Unternehmen weiter zu führen, in der Familie zu behalten und auch in Österreich weiter zu produzieren, ist da. Wir arbeiten daran, die Organisation zukunftssicher zu machen, dazu benötigen wir genügend Profitabilität, um nachhaltig in Forschung und Entwicklung, in Mitarbeiter und Talente und in Marketing zu investieren", so der CEO über die weiteren Pläne.
Als Zukunftsmärkte nennt der Silhouette-CEO Asien, im Besonderen China und Indien, aber auch Japan und Korea. "Myopia, also Kurzsichtigkeit, ist in Asien, speziell ist Ostasien extrem hoch. Das ist einerseits genetisch bedingt, aber auch durch die starke Nutzung von Tablets und Mobiltelefonen bereits im Kleinkindesalter. Bei uns liegt die Durchschnittstärke bei zirka zwei Dioptrien, in China bei vier, oftmals sogar mehr." Hier anzusetzen sieht Christian Bachler als durchaus sinnvoll und als eine gute Perspektive.
House of Silhouette
"Uns geht es in erster Linie um Langfristigkeit, das beweist allein das Engagement der Eigentümer, wo bereits die dritte Generation am Steuer sitzt. Wir benötigen genügend Profitabilität, um nachhaltig in Forschung und Entwicklung, in Mitarbeiter und Talente und in Marketing zu investieren."
Einen Teil tragen dazu die Flagshipstores "House of Silhouette" in Wien und neuerdings auch in Hamburg bei. "In diesen repräsentativen Showrooms betreiben wir nicht nur POS-Kommunikation, hier erleben die Kunden unsere neuesten Brilleninnovationen hautnah und erhalten eine umfangreiche fachmännische Beratung. Auch unsere Optiker-Partner begrüßen diese Nähe, sie können ihre Klientel bei Bedarf rascher mit den gewünschten Produkten versorgen." Diesen Stores sollen noch weitere in anderen europäischen und weltweiten Städten folgen, "aber wie alles bei Silhouette, gut durchdacht und langfristig geplant", so Christian Bachler am Ende des Gesprächs.
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