Von Nachbarn genervt
Diese Störfaktoren treiben Österreicher in den Wahnsinn

| Redaktion 
| 19.02.2024

Über die Hälfte fühlt sich durch die Nachbar:innen gestört und genervt. Die Gründe dafür reichen von Krach und Zigarettenrauch bis hin zu Haustieren.

Das eigene Heim, der ersehnte Ruhepol im hektischen Alltag, wird oft durch die Nachbar:innen gestört. Kinder toben im Garten, Katzen geraten aneinander, der:die Nachbar:in mäht den Rasen oder wirft den Staubsauger zu unmöglichen Uhrzeiten an. Die aktuelle Studie "Wohnen und Leben" von immowelt.at zeigt, dass über 57 der befragten Österreicher:innen von den Nachbar:innen genervt sind. Die Studie untersuchte auch, welche Gründe hierfür maßgeblich sind. Die Studie wurde im November 2023 durchgeführt und umfasste 502 befragte Personen ab 18 Jahren in ganz Österreich.

Unterschiedliche Störfaktoren

Auf dem ersten Platz der größten Störfaktoren der Österreicher:innen ist Lärm - in unterschiedlichen Ausprägungen. Fast jede:r fünfte Österreicher:in (19 Prozent) stört sich an Streitereien, wie etwa wenn beim benachbarten Pärchen die Fetzen fliegen, sowie an lauten Unterhaltungen oder Telefonaten, bei denen man jedes Detail mitbekommt. Wenn der Nachbarshund laut bellt oder Papageien schrill kreischen, hört bei 16 Prozent die Sympathie gegenüber den Haustieren der Nachbar:innen auf. Lärm durch laute Gartengeräte wie Rasenmäher oder Laubbläser stört 14 Prozent der Befragten, gleichauf mit tobenden beziehungsweise schreienden Kindern. Eine höhere Toleranz hingegen zeigen die Österreicher:innen gegenüber Lärm beim Liebesspiel. Nur zwei Prozent der Befragten stören sich an den Sex-Geräuschen der Nachbar:innen.

16 Prozent der Befragten stört zudem der Zigarettenqualm ihres:r Nachbarn:in, der:die in ihre Wohnung eindringt. Fast jede:r Zehnte (9 Prozent) klagt über abgestellte Gegenstände im Hausflur, und vier Prozent fühlen sich sogar durch die speziellen Dekovorlieben ihrer Nachbar:innen - etwa Gartenzwerge - optisch beeinträchtigt.

Frauen und Senior:innen

Die Studie zeigt ebenfalls, dass sich Unterschiede besonders im Geschlecht zeigen. Männer scheinen im Vergleich zu Frauen eine kürzere Zündschnur zu haben, wenn es um ihre Nachbar:innen geht. 62 Prozent der männlichen Teilnehmer haben etwas auszusetzen, während es bei den weiblichen Teilnehmerinnen zehn Prozentpunkte weniger sind. Beide Geschlechter sind sich einig: Laute Gespräche der Nachbar:innen sind der größte Störfaktor (Frauen: 17 Prozent / Männer: 20 Prozent). Auf Platz zwei zeigen sich jedoch die ersten Unterschiede. Männer sind deutlich empfindlicher, was laute Gartengeräte betrifft. 18 Prozent stören sich an Rasenmähern, Laubbläsern und Co. Frauen sind hingegen häufiger von lauten Haustieren und den rauchenden Nachbarn (je 16 Prozent) genervt.

Auch bei den verschiedenen Altersgruppen machen sich unterschiedliche Ansichten bemerkbar. Senior:innen zeigen sich besonnener gegenüber ihren Nachbar:innen. Dennoch gaben 47 Prozent der Über-60-Jährigen an, sich durch ihren:ihre Nachbarn:in gestört zu fühlen, wobei Haustiere den größten Nervfaktor bilden. 18 Prozent fühlen sich von kläffenden Hunden und laut zwitschernden Wellensittichen genervt. Deutlich häufiger kracht es hingegen bei der Generation 30 bis 59 Jahre, fast zwei Drittel (63 Prozent) sind von unruhestiftenden Nachbar:innen genervt. 22 Prozent stören sich an lautstarken Gesprächen und 17 Prozent rauchenden Nachbar:innen. Auch bei den jüngsten Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren hat mehr als die Hälfte (60 Prozent) etwas an der Nachbarschaft zu beanstanden.

Auf dem Land harmonischer

Bei den Ergebnissen spielt auch die Ortsgröße eine entscheidende Rolle. In Großstädten empfinden 62 Prozent ihre Nachbar:innen als nervig. Die Unzufriedenheit steigt sogar noch weiter bei den Einwohner:innen im Speckgürtel von Großstädten. Dort sind es 70 Prozent, die über die Eigenheiten der Nachbar.innen klagen.
Die dichtere Besiedlung scheint ein größeres Konfliktpotenzial mit sich zu bringen. Gerade einmal knapp die Hälfte der Landbevölkerung (49 Prozent) nörgelt am Nebenmann herum. Weniger eng bebaute Wohnblöcke und größere Abstände zwischen den Häusern sorgen zusammen mit der Nähe zur Natur für ein ruhiges Gemüt.

www.immowelt.at

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