Wiener Start-up Austrianni forscht an Tuberkulose-Impfstoff

| 29.06.2015

Haselsteiner und Gusenbauer unterstützen Biotech-Unternehmen finanziell.

„Wir werden Infektionskrankheiten von weltweiter Bedeutung bekämpfen“, mit diesen Worten präsentierte Matthias Wabl sein Start-Up-Unternehmen Austrianni jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Als erste Krankheit stehe Tuberkulose auf der Liste, so der Professor der Universität von Kalifornien in San Francisco (UCSF), der das Biotech-Unternehmen Austrianni GmbH im März gegründet hat. Wabl und sein Team arbeiten bereits unter Hochdruck an einem Medikament und einem Impfstoff gegen die bakterielle Infektionskrankheit, die am häufigsten die Lunge befällt.

Die dafür nötige Vorentwicklungen hat bereits die kalifornische Biotech-Firma Trianni Inc. geleistet, die ebenfalls von Wabl gegründet wurde. „Die Antibiotika-Resistenz ist derzeit noch das Hauptproblem“, so Wabl über die Entwicklung des Medikaments und des Impfstoffes. Es gebe aber eine Alternative: Antikörper. Die Trianni Inc. habe eine sogenannte Plattform erzeugt, mit der sich die Antikörper finden lassen. Dabei handelt es sich um eigens entwickelte Gen-Mäuse, die humanisierten Antikörper entwickeln. „Wir haben am 1. Mai angefangen und haben bereits Antikörper“, freut sich Wabl.

Startbudget von drei Millionen Euro

Der Hauptgrund für die Gründung des Start-Ups Austrianni in Österreich liege an den großzügigen Fördermöglichkeiten, die es hierzulande gebe, so Wabl. Über die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) könne man bis zu 70 Prozent der Projektkosten dazubekommen. „Zudem werden in Österreich größte Anstrengungen unternommen, den Biotech-Sektor auszubauen“, freut sich der studierte Chemiker und Biologe. Die Forscher sind zuversichtlich, mit ihrer Entwicklung voranzukommen: "Wir haben eine gute technologische Basis und ein gutes Konzept - natürlich gibt es keine Sicherheit, wir betreiben Forschung - das therapeutische Ziel ist klar", sagte der Molekularimmunologe Nigel Killeen, der an der Universität Oxford promovierte. 

Austrianni startet mit einem Budget von drei Millionen Euro. Für die ersten drei Jahre geht das Start-up jedoch von einem finanziellen Bedarf von rund 10 Millionen Euro aus. Diese Differenz soll über diverse Förderstellen wie etwa FFG, Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder Bill Gates Foundation lukriert werden. Als Sponsor konnte Ex-Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner über seine HPH Privatstiftung, deren Vorsitzender Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer ist, gewonnen werden. Die genaue Summe, mit der sich die Stiftung engagiert, wollte Haselsteiner jedoch nicht nennen. (as)

www.trianni.com

Launch Biotech-Startup AUSTRIANNI - Fotos K.Schiffl

Launch Biotech-Startup AUSTRIANNI - Fotos K.Schiffl
2015-06-26
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