Mission "SMILE"
ESA-Satellit soll mit Technologie aus Niederösterreich starten

| Larissa Bilovits 
| 20.04.2026

Das Hightech-Unternehmen Space-Lock aus Brunn am Gebirge ist an der Raumfahrtmission "SMILE" beteiligt und liefert dafür einen Mechanismus, der empfindliche Komponenten beim Raketenstart sichert und sie erst im All kontrolliert freigibt.

Niederösterreich positioniert sich zunehmend als starker Player in der Raumfahrt. Vor diesem Hintergrund haben NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Innovations- sowie Weltraumminister Peter Hanke erst kürzlich bekannt gegeben, das Bundesland im Rahmen der "Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+" als Raumfahrtstandort noch weiter stärken zu wollen (LEADERSNET berichtete). Nun konnte bereits das nächste niederösterreichische Unternehmen einen Erfolg in diesem Zukunftsfeld verzeichnen: Das Hightechunternehmen Space-Lock aus Brunn am Gebirge ist mit seiner innovativen Technologie Teil der Mission "SMILE" ("Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer"), einem gemeinsamen Projekt der European Space Agency (ESA) und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Keine zweite Chance im All

Ziel der "SMILE"-Mission ist, die Auswirkungen von Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde besser zu verstehen. Diese können Satelliten beschädigen, Navigationssysteme stören oder sogar Stromnetze beeinflussen. Mithilfe eines neuartigen Röntgenteleskops sollen dabei erstmals Bereiche der Magnetosphäre messbar gemacht werden, die bisher nicht direkt beobachtet werden konnten. Damit die empfindliche Optik den Raketenstart unbeschadet übersteht und erst im All präzise arbeiten kann, kommt ein Haltemechanismus des niederösterreichischen Unternehmens zum Einsatz. Er fixiert zentrale Komponenten während der extremen Belastungen beim Start und gibt sie erst im All kontrolliert frei – exakt in dem Moment, in dem das Instrument seine Arbeit aufnehmen soll.

Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Technologie. Die Mechanismen müssen starke Vibrationen beim Start, Vakuum und Temperaturschwankungen von minus 150 bis plus 120 Grad Celsius aushalten und zugleich absolut zuverlässig auslösen. "Raumfahrt bedeutet immer: Es gibt keine zweite Chance. Unsere Systeme müssen unter extremen Bedingungen funktionieren und im entscheidenden Moment exakt das tun, wofür sie entwickelt wurden. Bei wissenschaftlichen Missionen kommen auch noch zahlreiche sehr spezifische Anforderungen hinzu. Das verschärft die Voraussetzungen weiter und bringt das Projekt häufig an die Grenze des technisch Machbaren", erklärt Space-Lock-Geschäftsführer Florian Günther.

Für ihn sei die Beteiligung an der "SMILE"-Mission ein weiterer wichtiger Schritt in einem stark wachsenden Markt. Da Störungen durch Sonnenaktivität längst nicht mehr "nur Raumfahrtmissionen, sondern auch Kommunikationssysteme, den Flugverkehr und die Energieversorgung auf der Erde" beeinflussen würden, sehe man sich zudem als Teil einer Mission, die nicht nur wissenschaftlich relevant sei, sondern auch konkrete Auswirkungen auf den Alltag habe. "Es ist schön, hier einen Beitrag leisten zu können", so Günther.

Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung

Die Beteiligung an der Mission, die bereits in den kommenden Wochen starten soll, nahm NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vergangene Woche zum Anlass für einen Arbeitsbesuch. Dabei verwies sie auf die zunehmende Relevanz Niederösterreichs im Bereich der Weltraumtechnologien und betonte: "Gerade solche hochspezialisierten Betriebe wie Space-Lock sind ein wichtiger Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung in Niederösterreich. Sie schaffen qualifizierte Arbeitsplätze, stärken unsere industrielle Basis und tragen dazu bei, dass Know-how und Innovation im Land bleiben."

Zudem unterstrich die Landeshauptfrau: "Unternehmen wie Space-Lock zeigen, dass in Niederösterreich Lösungen entstehen, die international gefragt sind und direkt in große Missionen einfließen. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Raumfahrttechnologie längst unseren Alltag betrifft – von Kommunikation über Navigation bis hin zur Energieversorgung."

www.spacelock.at

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