Rewe weist Erpressungsvorwürfe zurück

| 27.01.2022

Es habe keine Drohungen gegenüber dem Fleischer Karl Schirnhofer gegeben.

Der Rewe-Konzern, der in Österreich unter anderem die Supermarktketten Billa, Billa-Plus und Penny betreibt, weist die Vorwürfe eines Lieferanten zurück, dass es "Erpressungsvorwürfe seitens des Konzerns" gegeben habe. Dies sagte der Fleischer Karl Schirnhofer in einem Brief Mitte Jänner (LEADERSNET berichtete). Schirnhofer gab an, Angst vor Rewe zu haben und kündigte an, die Belieferung der Ketten mit Almo-Fleisch mit 31. März einzustellen.

Verhandlungen abgebrochen

Im Herbst 2021 startete Billa im Rahmen eines Projekts rund um die Aufwertung des Fleischsortiments Sondierungsgespräche mit mehreren bekannten österreichischen Unternehmen aus dem Rind- und Schweinefleischbereich, darunter auch dem Unternehmen von Karl Schirnhofer.

Laut einer Rewe-Aussendung erhielt Schirnhofer im November 2021 unabhängig von diesen Sondierungsgesprächen im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag, die Fleischproduktion für die Belieferungsfilialen von Penny Österreich zu übernehmen. Er habe diesen Auftrag als Bestbieter gewonnen. Dieser Auftrag und die Geschäftsbeziehung zu Penny Österreich seien – unabhängig von Schirnhofers Verhältnis zu Billa – aufrecht und würden auch derzeit nicht in Frage stehen.

Im Dezember, so Rewe, bot Karl Schirnhofer dem Vorstand an, die Almo-Lizenzrechte an Billa zu verkaufen. Gleichzeitig habe er eine Preiserhöhung für die Belieferung, die am nächsten Tag von Billa bestätigt wurde gefordert. 

"Kreditschädigendes Verhalten"

Demnach kam es laut Rewe zur Preiserhöhung seitens Billa ab Januar 2022, was trotzdem zur einseitigen Kündigung der Liefervereinbarung geführt hätte. Schirnhofer habe folgend als Befristung für die Verhandlungen über den Verkauf der Lizenzrechte den 28. Jänner 2022 festgelegt und kündigte gleichzeitig die Liefervereinbarung mit Billa per 31. März 2022, so Rewe.

Die Rewe International AG sieht allerdings kredit- und rufschädigendes Verhalten seitens Schirnhofers gegeben und kündigt an, rechtliche Schritte einzuleiten. Außerdem würden die Verhandlungen abgebrochen werden. 

Die gesamte Aussendung inklusive einer Chronologie der Ereignisse (aus Sicht von Rewe) gibt es hier.

Asymmetrie der Macht

Nach der Einschätzung des Handelsexperten Peter Schnedlitz sei der Lebensmitteleinzelhandel in Österreich geprägt "von einer Asymmetrie der Macht". Es gebe viele kleine Anbieter und große Handelsketten und da sei es klar, dass diese Macht dazu verleiten könne, Machtmissbrauch zu betreiben, sagte er im Ö1-Mittagsjournal – allerdings unabhängig von der Causa Schirnhofer.

Köstinger will Initiative ergreifen

Für Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sind die zuletzt publik gewordene Fälle unfairer Praktiken "nur die Spitze des Eisbergs". Von "Erpressungspraktiken" betroffene Produzenten könnten sich ab März auch an die eigens dafür eingerichtete Ombudsstelle wenden, betonte die Ministerin, berichtet der Kurier. (ca)

www.rewe-group.at

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