Mehrere Millionen Euro: Richard Lugner musste einen Kredit für die Lugner-City aufnehmen

 "Finanziell war 2020 für uns sicher ein äußerst schwieriges Jahr" 


Die Coronapandemie entwickelt sich mit jedem Lockdown-Tag zu einer größeren Herausforderung für den Handel. Baumeister Richard Lugner musste einen Kredit für seine Lugner City aufnehmen, um sich und sein Business in der COVID-19-Krise über Wasser zu halten.

"Den Geschäften geht das Geld aus"

Das Geld aus dem Kredit diene dazu, Zahlungsausfälle aus den Geschäften in seinem Einkaufszentrum auszugleichen, denn in vielen dort angemieteten Geschäften werde das Geld knapp: "Durch den Lockdown sind einige Firmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Ich habe zur Überbrückung einen Kredit aufgenommen. Es gibt viele Wünsche für einen Nachlass auf die Miete. Finanziell war 2020 für uns sicher ein äußerst schwieriges Jahr", zitiert orf.at aus einem Schreiben von Richard Lugner, welches man auf Nachfrage aus dem Büro des Unternehmers erhalten habe.

"Ich habe schon vorsichtshalber im März das Geld aufgenommen, weil ich ahnte, dass die Fixkostenzuschüsse nicht schnell ausgezahlt werden", so Lugner zu oe24.at, der den Kredit mit mehreren Millionen Euro beziffert. Er habe diesen aber bis dato "nur wenig" ausgeschöpft.

Der Unternehmer rechnet heuer mit Einbußen in der Höhe von ein bis zwei Millionen Euro. Genau beziffern könne man das jetzt nicht, da viele Zahlungen gestundet wurden und viele auch noch eingehen würden.

Als Rezept für die Zukunft des Handels nennt Lugner das Testen und Impfen. "Mit negativem Test sollte man einkaufen können. Eine Hürde sieht er jedoch auch an der Frage, wer die kontrollieren soll. Langfristig wird an der Impfung kein Weg vorbeiführen", so Lugner.

Regioplan sieht "wienweite Entwicklung"

Freilich dürfte es sich bei den coronabedingten, finanziellen Problemen der Händler aus der Lugner City bei weitem nicht um Einzelfälle handeln. Das bestätigte orf.at auch Regioplan, der hier eine "wienweite Entwicklung" verortet. Dem Standortberater zufolge wird die Kaufkraft und Kauflust der Wienerinnen und Wiener im heurigen Jahr noch geringer als 2020 ausfallen. Dieser düsteren Prognose folgt auch die Schlussfolgerung, dass Verkaufsflächen weniger und Händler verschwinden werden.

"Da werden wir sehr viele Probleme, die sie schon in den letzten Jahren teilweise hatten, noch verstärkt sehen, in den nächsten Monaten und auch Jahren. Es werden viele wegfallen und es wird auch zu einer Ausdünnung von Filialnetzen kommen", so Romina Jenei von Regioplan. Besonders stark betroffen sehen die Regioplan- Standortberater den Modehandel, für den die Experten sogar einen Rückgang der Verkaufsflächen um ein Viertel erwarten.

"Vorprogrammiertes Insolvenzjahr 2021" bremst Expansionen

Als mehr oder weniger "überraschend" erscheint in diesem Zusammenhang, dass selbst der Gewinner der Lockdowns, der Lebensmittelhandel, im Angesicht der Pandemie in den nächsten Jahren keine Ausbaupläne wälzt. Nur bestehende Filialen sollen optimiert werden, so Regioplan.

Eines scheint jedenfalls vorprogrammiert: Die Auswirkungen der Coronakrise werden 2021 mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem "Insolvenzjahr" machen. Während es laut Kreditschutzverband  in den Jahren 2018 und 2019 jeweils rund 1.600 Insolvenzen pro Jahr im Wiener Handel gegeben hat, schätzt der KSV, dass die Branche 2021 rund 2.000 Insolvenzen zu beklagen haben wird. (red)

www.lugner.at

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