Offener Brief: Veranstalter greifen Regierung scharf an

"Bundesregierung als Totengräber der Veranstaltungswirtschaft."

In einem offenen Brief wenden sich die Initiatoren von ohne-uns.at – eine Initiative von Menschen und Unternehmen, die in der Veranstaltungsbranche tätig sind und von der Coronakrise bekanntermaßen äußerst hart getroffen wurden – an die Bundesregierung.

Der Unmut über "unzählige leere Versprechungen, Hinhaltetaktik und Stigmatisierung einer gesamten Branche" sei groß. Die wirtschaftlich am Boden liegende Branche, die seit März 2020 mit bis zu 100 Prozent Umsatzeinbußen kämpfe, werde von der Bundesregierung im Stich gelassen, kritisiert die Initiative. Trotz vieler Gespräche komme es zu keinen praktikablen, wirksamen Lösungsansätzen. Auch werde das versprochene Branchenpaket nicht umgesetzt.

"Fachmeinungen negiert"

"Die vorsichtige Wiederaufnahme von Veranstaltungsformaten der letzten Sommermonate fand bereits in den ersten Tagen nach den Ankündigungen zur Corona-Ampel ein jähes Ende. Veranstaltungen österreichweit auf 'gelb' zu stellen, hat die nächste Stornowelle für unsere gesamte Branche ins Rollen gebracht", so die Initiatoren. "Der dadurch entstandene Schaden für die gesamte Veranstaltungswirtschaft, das Messe- und Kongresswesen, die Hotellerie und den Tourismus ist fatal."

Obwohl nach außen davon gesprochen werde, dass Fachexperten zu Rate gezogen würden, werde deren Meinung vollkommen negiert. Die bisherigen – undifferenziert für alle Branchen geltenden – wirtschaftspolitischen Maßnahmen reichten bei Weitem nicht aus, um das Sterben der Veranstaltungswirtschaft zu verhindern.

Ungleichstellung einer Branche

An einem Beispiel machen die Initiatoren, die von ihnen kritisierten Ungleichbehandlungen fest: So sei es nicht nachvollziehbar, dass sich in einem Einkaufszentrum täglich 20.000 Menschen ohne jegliche Möglichkeit des Contact-Tracing aufhalten dürften, gleichzeitig aber Veranstaltungen im Business-Kontext auf derzeit 50 Personen beschränkt seien – ungeachtet räumlicher Kapazitäten und professioneller Hygiene- und Präventionskonzepte durch COVID-Beauftragte.

Fehlende Differenzierung von Privat- und Businessveranstaltungen

"Die regionalen Clusterbildungen finden wir in vielen Bereichen, vor allem bei privaten Feiern, in den Familien, in Vereinen und Bars", so Gesundheitsminister Anschober. Die Initiatoren von ohne-uns.at betonen, dass diese privaten und vereinsmäßigen Zusammenkünfte nichts mit professionellen Veranstaltungen im Business-Kontext zu tun hätten. Pauschalverurteilungen von Veranstaltungen führten zu weiterer Verunsicherung, Angst und Unklarheit, insbesondere da keine wissenschaftlichen Daten für evidenzbasierte Entscheidungen vorlägen.

Die Initiatoren abschließend: "Sich täglich überholende Aussagen der Regierungsspitze, Unklarheiten, fehlende Differenzierung und fehlende Gesetzesgrundlagen zu Veranstaltungen führten zur Verunsicherung einer gesamten Branche und deren Kunden aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Politik – sie führten in völlige Unplanbarkeit, Perspektivenlosigkeit. Kurz: in den wirtschaftlichen Ruin." Der komplette offene Brief kann hier gelesen werden. (red)

www.ohne-uns.at

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV