Vom Chef bis in den Schlaf verfolgt: Jeder Zweite hat schon wegen dem Vorgesetzten gekündigt

Mangelnde Führungskompetenz wirkt sich aber nicht nur innerhalb des Unternehmens aus.

Auch wenn es "den" perfekten Chef nicht gibt, haben heimische Führungskräfte dennoch deutlichen Optimierungsbedarf: Laut einer aktuellen StepStone-Studie ist fast die Hälfte aller österreichischen Arbeitnehmer nicht zufrieden mit ihrem Vorgesetzten (41 Prozent). Fast jeder zweite österreichische Arbeitnehmer (43 Prozent) hat schon einmal wegen seinem Chef den Job gekündigt.

Immerhin jeder Fünfte (21 Prozent) landet wegen des Verhaltens ihres Vorgesetzten im Bore- oder Burnout, und 14 Prozent nehmen sogar psychologische Hilfe in Anspruch, wenn die Beziehung zur Führungskraft nicht stimmt. Mehr als die Hälfte aller befragten Arbeitnehmer verfolgt das Verhalten von Chefs sogar bis ins Bett: So geben 52% der Umfrageteilnehmer an, dass sie wegen ihrem Chef schlecht geschlafen oder geträumt haben, Frauen übrigens deutlich öfter als Männer (59 vs 41 Prozent). In Zeiten von #metoo zeigen sich besonders Frauen und auch jüngere Angestellte sensibel, was das Verhalten von Führungskräften betrifft. Befragt wurden 1.800 österreichische Fach- und Führungskräfte im Herbst 2019.

Nur noch Dienst nach Vorschrift

Auch das Thema Vertrauen scheint eine Herausforderung für Führungskräfte zu sein: Lediglich ein Drittel aller Befragten vertraut dem Vorgesetzen, nur jeder Dritte (35 Prozent) fühlt sich wohl dabei, mit beruflichen Problemen zum Chef zu gehen. "Wer sein Team nicht transparent und fair führt, verspielt schnell das Vertrauen seiner Mitarbeiter", sagt Barbara Oberrauter-Zabransky, Studienleiterin bei StepStone Österreich. "Im besten Fall wird dann nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht, im schlimmsten Fall gehen die besten Mitarbeiter."

Mangelnde Führungskompetenz wirkt sich aber nicht nur innerhalb des Unternehmens aus: Mehr als die Hälfte aller Befragten (61 Prozent) beschwert sich in der Familie oder im Freundeskreis über ihren Vorgesetzten, und fast ein Drittel aller befragten Studienteilnehmer (31 Prozent) würden anderen von einem Job bei ihrem Arbeitgeber abraten, wenn der Chef sich nicht entsprechend verhält.

„Das Image eines Arbeitgebers lebt vor allem von der Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter“, kommentiert Oberrauter-Zabransky die alarmierenden Ergebnisse.

Um ihre Leistungen als Führungskraft zu verbessern, können heimische Chefs einiges tun: So fordern die Umfrageteilnehmer unter anderem klare und messbare Ziele, Unterstützung bei der fachlichen Weiterbildung und regelmäßiges Feedback unter vier Augen. "Die Wünsche der Arbeitnehmer liegen auf dem Tisch", so Oberrauter-Zabransky. "Jetzt liegt es an Arbeitgebern und ihren Führungsetagen, sie auch umzusetzen." (red)

www.stepstone.at

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