"Man ist von seiner Unkaputtbarkeit überzeugt"

Martina Hagspiel sprach viele Jahre als Versicherungsmaklerin mit ihren Kunden über das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Heute spricht sie offen über ihre Krebserkrankung,den Umgang mit der Diagnose und die Langzeitfolgen.

Martina Hagspiel ist ein „Kurvenkratzer“. Sie ist eine von acht Frauen, die laut Statistik einmal in ihrem Leben an Brustkrebs erkranken. Denn obwohl das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung in ihrer Beratung oft präsent war, hatte die junge Frau eine so schwerwiegende Erkrankung nicht auf ihrem Radar.

Michael Miskarik: Martina, du hast mit deinen Kunden ja oft über das Thema Berufsunfähigkeit gesprochen. Was würdest du ihnen heute erzählen?

Martina Hagspiel: Jeder von uns ist von seiner eigenen Unsterblichkeit und Unkaputtbarkeit überzeugt. Deshalb sind Gespräche über Unfall und Krankheit meist unangenehm. Und wer will schon gerne eine Wette auf das eigene Unglück abgeben, es hat ja offen gesprochen wirklich wenig Charme. Oft passiert es mir, dass Leute zu mir sagen: "So wie du aussiehst, hätte ich nie gedacht, dass du einmal so krank warst." Oft kann ich es selbst nicht glauben. Heute würde ich wahrscheinlich darüber berichten, dass die Sorgen in der Zeit der Diagnose alles andere überschatten. In diesem emotionalen Ausnahmezustand kann man sich nicht auch noch um bürokratisches Zettelwerk kümmern. Ich persönlich war damals einfach nur froh, dass die Dinge funktionierten. Und mir wurde bewusst, wie schön es ist, wenn man keinen Zeitdruck hat. Ich weiß, das klingt absurd. Aber es bedeutet, man muss sich nicht beeilen, sondern es ist genug Raum dafür vorhanden, um in Ruhe gesund werden zu können. In meinem Fall war all das nur deswegen möglich, weil ich versichert war.

Michael Miskarik: Was denkst du, wo liegt im Bereich Berufsunfähgkeit das Informationsdefizit?

Martina Hagspiel: Ich glaube, es ist sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass vor allem für jüngere Menschen das Risiko am höchsten ist. Tatsächlich hat man erst nach 180 Beitragsmonaten, also nach 15 Versicherungsjahren, Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Dann kann man mit ca. 60% des Nettoeinkommens rechnen. Da öffnet sich also in jedem Fall eine wirklich große Einkommenslücke. Extrem wird es bei Kindern, Schülern und Studenten, denn diese haben mit ihren Beitragsmonaten ja noch nicht einmal begonnen. Hier sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung gemeinsam mit der Haftpflichtversicherung und der Unfallversicherung die wichtigsten Lücken der Existenz ab.

Michael Miskarik: Nach eineinhalb Jahren konntest du schrittweise wieder ins Berufsleben zurückkehren. Was passierte dann?

Martina Hagspiel: Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen und davon erzählen, wie lange und schwierig der Weg zurück in das Berufsleben sein kann, speziell nach einer langwierigen Erkrankung. Fehlende Konzentrationsfähigkeit, Erschöpfungszustände und geringe Belastbarkeit waren neben den andauernden Knochenschmerzen nur ein paar meiner Langzeitfolgen.

Michael Miskarik: Wurde es besser?

Martina Hagspiel: Ja, wurde es, aber sehr langsam. Ist es weg? Nein. Daher war die Möglichkeit zur schrittweisen Eingliederung und einem vorsichtigen Herantasten an meine eigenen Belastungsgrenzen wirklich sehr hilfreich. Ein Mann namens Tom Hiddleston hat gesagt: „Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt dann, wenn wir realisieren, dass wir nur ein Leben haben.“ Und recht hatte er. Ich wusste, wenn ich wieder gesund bin, möchte ich etwas machen, das mir dabei hilft, das zu werden, was ich bin. Und ich bin ein "Kurvenkratzer".

Michael Miskarik: Du bist heute sehr aktiv und klärst die Menschen über die Begleiterscheinungen dieser schweren Krankheit auf. Wie machst du das?

Martina Hagspiel: Ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen habe ich „Kurvenkratzer – Influcancer“ gegründet. Wir sind ein digitaler Erfahrungsschatz und erklären den Umgang und die Herangehensweise an das Thema Krebs. Das machen wir mit den Erfahrungen von Patienten, Angehörigen und medizinischem Personal. Unser Motto lautet: „Egal, wie Du über Krebs sprichst. Hauptsache Du tust es.“ Wir sind auf unserer Website www.kurvenkratzer.at, auf Facebook, Instagram und YouTube zu finden. Letzten Herbst sah man uns vielerorts mit unserer „talk about cancer“- Medienkampagne. Ganz besonders ist auch unsere Facebookgruppe „300 D Challenge: Man muss es einfach nur tun“. Das Ziel der Gruppe ist es, sich an 300 Tagen im Jahr für 30 Minuten zu bewegen. Von Spazieren bis Extremsport. Die Mitglieder der Gruppe bestehen aus ganz gesunden, topfitten Menschen bis hin zu sehr kranken Menschen. Alle jedoch mit demselben Ziel: „Lass die Fatigue nicht gewinnen.“

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

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