Laut aktueller Studie
Immer mehr Jungakademiker denken über Selbstständigkeit nach

| Larissa Bilovits 
| 04.06.2026

Eine österreichweite Befragung zeigt, dass beruflicher Erfolg für Young Professionals zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – trotz anhaltender Sorgen über wirtschaftliche Risiken und fehlende Planungssicherheit.

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Flexible Arbeitsmodelle, persönliche Entfaltung und individuelle Lebensentwürfe prägen die Erwartungen vieler junger Menschen an ihre berufliche Zukunft. Dennoch bleibt der Wunsch nach beruflichem Erfolg und langfristigen Entwicklungsperspektiven ein zentraler Bestandteil ihrer Karriereplanung.

Wie wichtig Karriere für Young Professionals inzwischen ist, zeigt der aktuelle Jungakademiker:innenmonitor 2026 von Marketagent, der im Auftrag des Karriere- und Finanzplanungsspezialisten FiP-S.at durchgeführt wurde (siehe Infobox). Demnach messen 72,8 Prozent der Befragten ihrer Karriere eine hohe Bedeutung bei. Gleichzeitig steigt auch die Offenheit gegenüber einer beruflichen Selbstständigkeit deutlich an.

Karriere gewinnt weiter an Bedeutung

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei jenen Befragten, für die Karriere "sehr wichtig" ist. Ihr Anteil stieg gegenüber dem Vorjahr von 26,8 auf 33,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung. Lediglich 5,1 Prozent gaben an, dass Karriere für sie eine geringe oder gar keine Rolle spielt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: Während 36,5 Prozent der Männer ihre Karriere als "sehr wichtig" einstufen, liegt dieser Wert bei den Frauen bei 30,5 Prozent.

"Positiv fällt auf, dass die Bedeutung von Karriere weiter zunimmt. Gerade wenn man nichts erbt, verbringt man einen Großteil seines Lebens im Job – umso wichtiger ist es, diesen bewusst zu gestalten und als Chance zu sehen", so Florian Märzendorfer, geschäftsführender Gesellschafter von FiP-S.at.

Selbstständigkeit wird attraktiver

Parallel zur steigenden Karriereorientierung wächst auch das Interesse an unternehmerischen Laufbahnen. Mehr als die Hälfte der Befragten (55,6 %) kann sich vorstellen, selbstständig zu werden oder plant diesen Schritt bereits konkret – darunter mehr Männer als Frauen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 47,6 Prozent. Besonders deutlich nahm der Anteil jener zu, die sich "unbedingt" selbstständig machen möchten. Dieser stieg von 11,9 auf 16,7 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der Personen, die eine Selbstständigkeit grundsätzlich ablehnen, von 46,3 auf 38,2 Prozent. Mit 9,2 Prozent erreichte auch die Gruppe jener, die eine Selbstständigkeit "auf keinen Fall" in Betracht ziehen, einen historischen Tiefstand.

"Viele Jungakademiker:innen reizt an der Selbstständigkeit vor allem die Möglichkeit, ihr eigener Chef zu sein, ihre Zeit frei einzuteilen und an eigenen Ideen zu arbeiten. In manchen Bereichen – etwa in der IT – ist es heute auch deutlich einfacher geworden, alleine zu starten, ohne großes Team im Hintergrund", erklärt Märzendorfer.

Unsicherheit bleibt zentrale Hürde

Trotz der steigenden Attraktivität bleibt die Selbstständigkeit für viele mit Unsicherheiten verbunden. Als größte Hürde wird die Unsicherheit der Auftragslage genannt, die 66,7 Prozent der Befragten als Problem sehen. Auch die Angst vor dem Scheitern nimmt zu und beschäftigt mittlerweile 63,1 Prozent. Darüber hinaus nennen 58,4 Prozent fehlende Geschäftsideen als Hindernis – ein Höchstwert seit Beginn der Erhebung. Ebenfalls häufiger genannt werden Sorgen vor Überforderung (55,5 %), zu hoher Eigenverantwortung (53,3 %), mangelnde Steuerkenntnisse (49,5 %) sowie fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how (46,3 %).

"So attraktiv die Selbstständigkeit auch wirkt – sie verlangt ein hohes Maß an Überzeugung. Gerade am Anfang muss man oft viel investieren, ohne sofort entsprechende Erträge zu sehen. Diese Realität wird von vielen heute deutlich bewusster wahrgenommen", meint Märzendorfer und ergänzt abschließend: "Ob Karriere im Unternehmen oder in der Selbstständigkeit: Entscheidend ist, den eigenen Weg klar zu definieren und sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Wer weiß, was er will, kann die richtigen Entscheidungen treffen und langfristig erfolgreicher sein."

www.fip-s.at

Über die Studie

Der FiP-S.at Jungakademiker:innenmonitor wurde 2026 bereits zum achten Mal von Marketagent im Auftrag des Karriere- und Finanzplanungsspezialisten FiP-S.at durchgeführt. Befragt wurden 550 Jungakademiker:innen im Alter von 22 bis 34 Jahren in Österreich, die ein Studium abgeschlossen haben oder kurz vor dem Abschluss stehen. Die Online-Erhebung im Jänner 2026 beleuchtete Themen wie Bewerbung, Karriere, finanzielle Vorsorge und Geldanlage. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Befragung berufstätig.

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Über die Studie

Der FiP-S.at Jungakademiker:innenmonitor wurde 2026 bereits zum achten Mal von Marketagent im Auftrag des Karriere- und Finanzplanungsspezialisten FiP-S.at durchgeführt. Befragt wurden 550 Jungakademiker:innen im Alter von 22 bis 34 Jahren in Österreich, die ein Studium abgeschlossen haben oder kurz vor dem Abschluss stehen. Die Online-Erhebung im Jänner 2026 beleuchtete Themen wie Bewerbung, Karriere, finanzielle Vorsorge und Geldanlage. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Befragung berufstätig.

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