Die Hirsch Armbänder GmbH macht einen großen Schritt in die Zukunft

| 12.06.2019

Nikolaus und Matthäus Hirsch arbeiten Seite an Seite mit ihrem Vater Robert Hirsch an Strategien für ein neues Zeitalter.

Robert Hirsch führt seit 2000 das, 1765 gegründete, traditionelle Klagenfurter Familienunternehmen und seit gut eineinhalb Jahren sind auch seine Söhne Nikolaus (28) und Matthäus (27), beide Absolventen der Wirtschaftsuniversität Wien, im Unternehmen tätig. Matthäus als technischer Leiter und Nikolaus als Leiter für Vertrieb und Marketing. Mit welcher Strategie sich der österreichische Vorzeigebetrieb für die Zukunft aufstellt, erzählt Nikolaus Hirsch Leadersnet.at.

"Derzeit steht das Unternehmen auf drei gesunden, gleichwertigen Standbeinen," so Nikolaus Hirsch, "im ,Projektgeschäft‘ beliefert das Unternehmen große Teile der Uhrenindustrie weltweit und im ,Servicegeschäft‘ werden in vier Ländern Uhrenreparaturen und Serviceleistungen in eigenen Shops angeboten. Das dritte Standbein ist unsere ,Eigenmarke‘, die wir in über 60 Ländern weltweit verkaufen. Damit sind wir international sehr stark vertreten."

Hirsch bis 2030 als Konsumentenmarke zu etablieren, gilt als großes strategisches Ziel für die nächsten Jahre. "Es bringt natürlich eine gravierende Veränderung im Unternehmen mit sich, wenn wir als Marke beim Konsumenten bewusster wahrgenommen werden wollen. Unsere Kunden sollen wissen, dass sie das Armband selbst, ohne technisches Know-how, jederzeit wechseln können, dass es ein individueller Teil ihrer Uhr ist. Ein authentisches Produkt, verstärkt an den Stil, an die Persönlichkeit angepasst. Es zählt, dem Outfit bzw. dem Anlass entsprechend, farbliche Akzente zu setzen, aber auch das Armband eher schneller wechseln zu können, als es lange zu tragen. Deshalb werden wir alle Armbänder mit einem Schnellwechselverschluss ausstatten."

Eine neue Qualität

Früher fertigte Hirsch die Armbänder ausschließlich aus Leder, mittlerweile lautet der Anspruch, Armbänder vorrangig aus weichen Materialien herzustellen. "Wir sind stark daran interessiert, Trends zu folgen, der Gedanke der Nachhaltigkeit, der bewusstere Umgang mit den Materialien ist uns sehr wichtig, wir bemühen uns verstärkt innovativ zu sein und überlegen, welche Materialien sich anbieten, mit denen wir arbeiten können," erläutert Nikolaus Hirsch. "Vor Jahren haben wir zum Beispiel ein Steinarmband als Alternative kreiert. Ein Band, das auf unserem Kautschukkern aufbaut und dabei mit echtem Stein verarbeitet ist. Eine Schieferplatte wird ganz dünn geschnitten und speziell behandelt, damit die Oberfläche nicht bricht. Eine hohe Kunst und eine sehr aufwendige Prozedur."


© Hirsch Armbänder GmbH

Führt der Weg weg vom Leder?

Ein Gedanke, der laut Nikolaus Hirsch permanent präsent ist, einerseits könnte Leder die Popularität verlieren und andererseits nicht mehr im heutigen Umfang zur Verfügung stehen. "Tatsächlich erweist sich derzeit die Produktion von alternativen Materialien oft wesentlich umweltschädlicher. Außerdem ist das Leder in den meisten Fällen ein Abfallprodukt der Nahrungsindustrie und wird nicht extra für die Lederindustrie gewonnen. Wenn sich aber der Konsum von Fleisch verändert, wie es derzeit passiert, wird sich auch die Produktion von Leder verändern. Leder ist sehr speziell, da es ja eigentlich Haut ist, und schöne, anschmiegsame Eigenschaften mitbringt. Es ist wasserdurchlässig, atmungsaktiv und sehr hautfreundlich, mit diesen Kriterien müsste auch eine Alternative ausgestattet sein."

Ein Kautschukarmband zum Beispiel hat den Vorteil, dass es sich kaum verändert, es eignet sich sehr gut für sportliche Aktivitäten, es verhält sich bei Hitze anders, weil es aus einem Stück gefertigt ist und keine Flüssigkeit aufnimmt. Unabhängig von der Pflege, die jedes Armband braucht, hält Kautschuk auch länger als Leder. Alternative Materialien wären Stein, Holz aus Birkenrinde, Eukalyptusfasern und andere, die wir derzeit testen. "Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren ein großes Paket an Materialien anbieten können."

Made in Austria

Die wirtschaftliche Perspektive der Hirsch Armbänder GmbH bezeichnet Nikolaus Hirsch als sehr gut. Auch deshalb, weil durch die Veränderungen und der neuen Strategie sehr viel Potential entsteht, vor allem darin, direkt mit dem Konsumenten in Verbindung zu treten und dadurch neue Zielgruppen erschließen zu können. "Viele junge Leute wissen nicht, wo sie das Produkt kaufen können, wir wollen hier mehr Bewusstsein schaffen," so der Marketingfachmann. "Auch neue Vertriebswege wie der Online-Handel sind Zukunftsthemen, deshalb wollen wir noch heuer einen eigenen Web-Shop erstellen. Unser Plan ist es, die Händler ebenfalls einzubinden, da wir eine direkte Anlaufstelle brauchen, vor allem deshalb, weil unser Produkt ein ausgesprochen haptisches ist."

Der Standort in Klagenfurt soll gestärkt werden, das Thema Nachhaltigkeit betrifft nach Meinung des Geschäftsführers Robert Hirsch nicht nur den Umweltschutz, sondern auch die Menschen. "Es stellt sich die Frage, wie können wir den nächsten Generationen ein gesundes Unternehmen hinterlassen? Wir haben sehr viele Mitarbeiter, derzeit sind es in Klagenfurt 450, weltweit 800, die schon in zweiter bzw. dritter Generation bei uns arbeiten und ihnen gegenüber nehmen wir auch unsere Verantwortung wahr."

Ein Großteil des Sortiments wird in Klagenfurt produziert, seit über 20 Jahren arbeitet das Unternehmen mit einem Partner in China zusammen, der den asiatischen Markt betreut. Hirsch betreibt an die 16.000 Verkaufsstellen weltweit, 2018 betrug der Umsatz über alle Geschäftsbereiche 75 Millionen Euro. Zwei der wirtschaftlichen Hotspots sind Europa und Asien, sehr stark ist das Unternehmen auch in Japan vertreten. "In Europa sind wir einer der größten Anbieter für Armbänder für Uhren, wenn wir alle Geschäftsfelder, die wir bedienen, zusammenzählen, sind wir sicher Marktführer, wir sind auch der einzige Hersteller, der in so viele Länder exportiert," schließt Nikolaus Hirsch.

https://hirschag.com/

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