Gucci sorgt mit Turban für Empörung und restauriert Tarpejischen Fels in Rom

| 11.06.2019

Das italienische Modelabel polarisiert. 

Das italienische Modelabel Gucci bietet einen 790 Dollar teuren Turban an, der bei Sikhs für Empörung sorgt. Der Vorwurf: Gucci würde versuchen, aus einem religiösen Kleidungsstück Kapital zu schlagen.  

Laut Simran Jeet Fingh von der Sikh Coalition, einer US-Organisation, die für die Rechte der Sikhs einsteht, handelt es sich innerhalb der Religion bei dem Kleidungsstück um ein öffentliches Bekenntnis zu den Werten der Religion. Dazu gehörten Ehrlichkeit und Barmherzigkeit. Obwohl Turbane per se nicht auf die Sikh-Religion hinweisen, sei der Turban von Gucci in seinem Aussehen und der Art, wie man ihn tragen soll, dem der Sikhs auffallend ähnlich. Es wäre unangemessen, dass ein großes Unternehmen aus einem für Millionen von Sikhs heiligen Gegenstand Kapital schlägt. 

"Religion ist heutzutage ein heißes Eisen, die Menschen sind bei solchen Angelegenheiten sehr sensibel. Wenn der Turban tatsächlich eine eindeutige Assoziation mit dem Sikhismus hervorruft, ist das eindeutig eine verfehlte Maßnahme", sagt Markus Hübner, Social-Media-Experte und CEO von Brandflow gegenüber pressetext. "Viele Marken wollen provozieren. Jedoch ist nicht mehr jede Art von PR gute PR. Durch das Internet können Wellen der Entrüstung sich über die ganze Welt verbreiten und ernsthafte Gegenbewegungen auslösen. Das ist für keine Marke erstrebenswert."

 Unterstützung der italienischen Kultur

Seit dem Inkrafttreten des "Art Bonus", durch den Mäzene Steuervorteile erhalten, fördern immer mehr Luxuskonzerne die italienische Kultur. Gucci plant, 1,6 Millionen Euro in die Restaurierung des Tarpejischen Fels in Rom ( von hier stürzten einst verurteilte Verbrecher in den Tod) zu stecken. "Der Tarpejische Fels wird dank dieses Restaurierungsprojekts wieder zu einem einmaligen Ort werden", so Bürgermeisterin Virginia Raggi. (red)

www.gucci.com

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