Design First – Unikate, Prototypen und Raritäten im Wiener Dorotheum

| 13.03.2019

Die Auktion zeigt eine Design-Zeitreise vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die 1950er Jahre bis hin zu Arbeiten zeitgenössischer Design-Stars.

Am 27. März 2019 bringt das Dorotheum Wien eine Reihe von sensationellen Design-Stücken berühmter Künstler zur Versteigerung. Darunter Unikate bzw. Raritäten von Mathieu Matégot, Giacomo Manzù und Stefan Sagmeister.

„Nastro“ betitelte das italienische Universaltalent Giacomo Manzù den für sein Haus entworfenen Couchtisch, dessen gläserne Tischplatte auf den luftig wirkenden Schleifenformen in Bronze schier zu schweben scheint. Bei diesem Stück handelt es sich um ein Unikat, welches nun direkt aus Familienbesitz, mit einem Schätzwert von 130.000 bis 180.000 Euro, in die Auktion kommt. Der 1908 geborene und 1991 verstorbene Manzù erfand nach eigenen Angaben im Zuge einer Skulpturenserie spezielle Sinuskurven, die er später auch für Monumente, Juwelen und Tische verwendete. Abstrakte Formen, die normalerweise für einen Bildhauer eher unüblich sind. Im Vorjahr erzielte allein ein Bronze-Ast, früher Bestandteil eines Tisches, ebenfalls ein Einzelstück aus Familienbesitz, bei der Dorotheum-Auktion „Design First“ 271.400 Euro.


Santiago-Tisch, Entwurf Mathieu Matégot 1954-55 © Dorotheum

Von Mathieu Matégot (1910 bis 2001), einem der renommiertesten französischen Designer der 1950er-Jahre, stammt der nur zwei Mal ausgeführte „Santiago-Tisch“ aus dem Jahr 1954/55. Mit diesem Entwurf lässt der aus Ungarn stammende und für seine raffinierten und praktischen Designs bekannte Matégot den Archetyp des vierbeinigen Tisches hinter sich und wendet sich zu einem Objekt mit autonomer skulpturaler Formensprache hin. Der Schätzwert dieser außergewöhnlichen Kreation liegt bei 40.000 bis 60.000 Euro.


Stefan Sagmeister, aus der sechsteiligen Arbeit Money does not make me happy 2004 © Dorotheum

Im Jahr 2015 gestaltete der in New York lebende Grafikdesigner Stefan Sagmeister eine „Happy Show“ im Museum für angewandte Kunst Wien, ebenso wie 2016 im Museum für angewandte Kunst Frankfurt. Der unter anderem für seine CD-Coverentwürfe für Lou Reed, die Rolling Stones und Talking Heads berühmte Österreicher begab sich mit dieser Ausstellung – und einem Kinofilm – auf die Suche nach dem Glück. Nun wird ein Teil seiner sechsteiligen Arbeit „Money does not make me happy“, Digiprints auf Aluminium, in der Design-First-Auktion versteigert. Der Schätzwert liegt bei 12.000 bis 20.000 Euro.

Ebenso versteigert wird bei dieser Auktion seine Rauminstallation mit Fahrrad auf einem Aluminium-podest und Neonschrift-Tafeln „Actually Doing The Things I Set Out to Do Increases my Overall Level of Satisfaction“, die beim Treten der Pedale zu leuchten beginnen. Schätzwert 40.000 bis 70.000 Euro.

Auktion „Design First“, Mittwoch, 27. März 2019, Palais Dorotheum, Wien 1, Dorotheergasse 17. Die Vorbesichtigung beginnt am 19. März 2019.

Online-Katalog: www.dorotheum.com/de/aktuelle-auktionen/

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