"Wir geben den übersättigten Kunden neue Inspirationen"

Warum "collect memories not things" nicht bloß ein Hashtag ist und wer sich alleine auf eine Kamelsafari für zwölf Tage durch die größte Sandwüste der Erde begibt, erzählt Philip Eichkorn, Geschäftsführer von Take Memories.

Der Name ist Programm: Das Team des neuen deutschen Luxusreisespezialisten Take Memories kreiert maßgeschneiderte Rundreisen weltweit – und sorgt für unvergessliche Erlebnisse. Der Schwerpunkt liegt auf dem Orient, auf im deutschen Reisemarkt noch wenig etablierten Destinationen wie Oman, Libanon oder Usbekistan. Luxury News hat Geschäftsführer Philip Eichkorn zum Interview gebeten.

Luxury News: Woher kommt die Motivation, in einen doch stark besetzten Markt neu einzusteigen?

Eichkorn: Unser Fokus liegt auf maßgeschneiderten Rundreisen in Trend- und Nischen-Destinationen und Ländern mit hohem Beratungsaufwand. Wir haben als Spezialist für das Sultanat Oman angefangen und die Schwerpunkte nun auf Länder, wie z.B. Libanon, Kolumbien, Usbekistan, sowie Safaris und Expeditionen erweitert. Gerade was die Spezialgebiete angeht, sehen wir uns für manches Land, wie beispielsweise Libanon, als Pionier und wollen den Tourismus in Ländern fördern, die aus verschiedenen Gründen unterschätzt werden und teilweise zu Unrecht ein schlechtes Image haben.

Luxury News: "collect memories not things" ist dieser Tage ein populärer Hashtag. Sehen Sie gerade in Rundreisen im Luxussegment ein Angebot, das den Zeitgeist trifft? Warum?

Eichkorn: Unser Veranstalter „Take Memories Traveldesign“ (takememories.com) versucht in allen Reisen dem Zeitgeist gerecht zu werden. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Gerade im Luxussegment geht der Trend weg vom Sammeln der einfachen Erinnerung an ein Erlebnis, hin zu dem Bedürfnis nach persönlicher Veränderung. „Transformative Travel“ beschreibt den Wunsch nicht nur etwas zu erleben, sondern mit der Reise eine Erfahrung zu machen, die von prägender Bedeutung ist. Persönliche Erfahrungen, die verändern, oder dahin zurückführen wo man einmal war. Gespräche, die erden, Begegnungen, die man zu Hause nicht machen kann. Wir haben mit unserem Glamping Camp „Canvas Club“ (www.canvasclub.de) in der Wüste Omans sogar ein eigenes Hotelkonzept umgesetzt, das eben diesem Bedürfnis im Luxussegment nachkommt.

Luxury News: Welche Länder stehen im Schwerpunkt des Interesses ihrer Kunden?

Eichkorn: Wir sind sehr stark im Orient etabliert mit Destinationen wie Oman, den V.A.E. und als neue Trend-Destination: Libanon. Neben den klassischen Badezielen wie den Malediven, Seychellen, Mauritius oder der Karibik, versuchen wir den hier teilweise übersättigten Kunden neue Inspirationen zu geben. Pemba beispielsweise ist bei uns eine sehr beliebte Alternative zur Nachbarinsel Sansibar geworden.

Luxury News: Sind darunter auch Destinationen, die mit ihrem Umfeld als gefährlich einzuschätzen sind?

Eichkorn: Das Sultanat Oman hat oft mit diesem Image zu kämpfen, dabei wird Oman immer wieder zu einem der sichersten Länder der Welt gewählt. Libanon grenzt an Syrien und Israel und liegt somit im Schmelztiegel des Nahostkonfliktes. Auch Kolumbien ist erst seit ein paar Jahren wieder ohne Bedenken zu bereisen. Gerade hier sehen wir unsere Expertise und Stärken. Wir sind sehr nah am Zielgebiet dran, haben seit März dieses Jahres einen weiteren, arabisch sprechenden Geschäftsführer und sind in sehr engem Austausch mit unseren Agenturen und Büros vor Ort. Es ist sehr wichtig exzellent informiert zu sein, um Vorurteile abbauen zu können und den Kunden neutral und fundiert beraten zu können.

Luxury News: Welche Menschen suchen Herausforderungen dieser Art?

Eichkorn: Das ist ganz unterschiedlich. Viele unserer Kunden sind bereits sehr viel gereist und fangen jetzt an neue Destinationen, weg vom Mainstream zu entdecken. Andere überspringen die klassischen Urlaubsziele, wollen sich einlesen, fordern und suchen den interkulturellen Austausch in Ländern, die vom (Massen-)Tourismus noch weitgehend verschont geblieben sind. Es wird Sie vielleicht überraschen, dass wir bereits Wartelisten für Rundreisen in Saudi Arabien haben. Diese sollen sobald die Visa Regularien gelockert werden, ebenfalls wieder beworben werden. Auch Syrien ist ein lang gehegter Traum vieler Reisender, die gemeinsam mit uns die Entwicklungen genaustens beobachten und darauf hoffen, dass wir in ein paar Jahren dazu beitragen können das Land durch Kulturreisen nachhaltig zu stärken.

Luxury News: Welche Aktivitäten muss ein Veranstalter für ungewöhnliche Destinationen setzen, um eine Reise erfolgreich und ungefährlich zu gestalten?

Eichkorn Unsere Partner vor Ort sind das A und O. Wir haben langjährige Partnerschaften aufgebaut und zwischen uns und die Agenturen passt kein Blatt. Dazu ist es absolute Vorrausetzung, auch unabhängig von Reisewarnungen und Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes, das Geschehen innerhalb der Länder genaustens zu beobachten. Ich kann sicher sagen, dass wir bisher noch nie einem Kunden eine Reise zusammengestellt haben, die für ihn in irgendeiner Form ein nachvollziehbares Risiko dargestellt hat. Dass allerding kein Land der Welt komplett von Risiken befreit ist, haben die Ereignisse in Europa, u.A. Städten wie London, Berlin und Paris gezeigt.

Luxury News: Bedarf es zur Reiseaufbereitung auch eines besonderen Netzwerkes?

Eichkorn: Wir sind im ständigen Austausch mit unseren Büros und Partnern vor Ort. Wir kennen jede Destination persönlich und haben im Team kumuliert bereits über 15 Jahre im Orient gelebt. Über die Zeit baut man sich bis in die Ministerien, dem Tourismusamt und Dienstleistern vor Ort ein gutes Netzwerk auf. Die Wege sind kurz und das meiste kann man in wenigen Minuten via Handy lösen.

Luxury News: Wie könnte ein Musterbeispiel für eine Luxusreise in eine bisher nicht bereiste Location aussehen?

Eichkorn: Kürzlich hatten wir Kontakt mit den Gründern von White Desert Antarctica (www.white-desert.com), die als erste Anbieter exklusive Glamping Expeditionen in kleinen Gruppen in der Antarktis anbieten. Wir haben lange telefoniert und treffen uns nun auf der Pure Experience Messe in Marrakesch. Das Produkt ist einzigartig und wir haben bereits mit Reisenden gesprochen, die von der Expedition über allen Maßen geschwärmt haben. Die Gespräche sind bisher sehr gut verlaufen, die Organisation und Abläufe sind eingespielt und professionell. Wichtig ist uns, dass gerade in einer Region wie der Antarktis behutsam mit der Natur umgegangen wird und die Gruppen klein und streng limitiert sind. Es steht nun einer Bewerbung von unserer Seite nichts mehr im Wege.

Luxury News: Welche ist die spektakulärste und welche ist die teuerste Reise, die sie anbieten können?

Eichkorn: Wir haben einen erfolgreichen Unternehmer als Kunden, der sich einmal im Jahr fernab jeder Zivilisation ein Abenteuer wünscht, in dem er bis auf einfachste Hilfsmittel komplett auf sich alleine gestellt ist. Im ersten Jahr war es eine einsame Berghütte im Himalaya. Dieses Frühjahr dann eine Kamelsafari für 12 Tage durch die größte Sandwüste der Erde, die Rub al-Khali.

Die bisher teuerste Reise war eine Gruppenreise der besonderen Art aus Singapur. Helikopterflüge, Yachtcharter und die exklusive Nutzung eines Hotels waren hier Teil des Programms. Gefallen hat mir dabei, dass es nicht nur um klassischen „Bling,Bling“ Luxus ging. So wurde beispielsweise mit einer privaten Yoga- und Meditationslehrerin in der Wüste die absoluter Ruhe und Abgeschiedenheit genossen.

takememories.com

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